Turnier-Termine Steiermark 2012

Auch im Jahr 2012 gibt es wieder zahlreiche Möglichkeiten für alle Grazer, Schachturniere zu spielen, ohne in die Ferne reisen zu müssen:

  • 21.3.-25.3. 2012: 11. Offene Weizer Stadtmeisterschaft
    5 Rd. CH, 2 Gruppen, Internationale Elo-Wertung
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  • 27.4.-1.5.2012: 11. Schachopen in Semriach
    5 Rd. CH, 2 Gruppen
    Zur Ausschreibung
     
  • 17.5.-20.5.2012: 19. Internationales Schachopen Ratten
    5 Rd. CH, 4 Gruppen, Internationale Elo-Wertung
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  • 7.6.-10.6.2012: Steirische Landesmeisterschaft 2012 in Gleisdorf
    5 Rd. KO-System
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  • 25.8.-2.9.2012: 19. Internationales Open Graz
    9 Rd. CH, 2 Gruppen, Internationale Elo-Wertung
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Aller Termine sind auch in unserem Kalender eingetragen.

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Niederlage in der Landesliga gegen Pinggau/Friedberg

Wie berichtet man von einem unerfreulichen Ereignis? Unsere doch recht deutliche Niederlage gestern in der 9. Runde der Landesliga gegen Pinggau/Friedberg bietet Gelegenheit, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Zunächst einmal gilt es, die Chronistenpflicht zu erledigen. Daher hier die Einzelergebnisse:

ESV Austria Graz – Pinggau/Friedberg
(1) FM Fahrner Kurt (2319) – GM Perunovic Milos (2576) 0 – 1
(2) FM Aschenbrenner Robert (2270) – IM Alvir Aco (2354) 0 – 1
(3) NM Spindelböck Gernot (2235) – MK Insam Heinz (2229) 1 – 0
(4) Schrittwieser Herbert (2206) – Schieder Andreas (2160) 0 – 1
(5) Dobay Klaus (2069) – Schieder Josef (2069) ½ – ½
(6) Hochwarter Martin (1945) – Buchegger Karl (2101) 0 – 1
(7) Fahrner Jakob (1760) – Korn Andreas (2004) ½ – ½
(8) Bortolas Stefan (1712) – Mitterhuber Manuel (1129) ½ – ½

Insgesamt gewinnt Pinggau/Friedberg damit mit 5,5-2,5. Doch wie weiter? Man könnte zum Beispiel versuchen, dass trotzdem vorhandene Positive hervorzuheben und Gernot für seine schöne Stonewall-Demontage auf Brett 3 loben:

spindelboeck-insam-20120218

Spindelböck - Insam
Stellung nach 50. .. Kf8

Weiter ging es mit 51. Txg7 und 1-0 wegen 51. .. Dxg7 52. Th8+ Kf7 53. Lh5+.

Man könnte auch den vergebenen Chancen nachtrauern:

buchegger-hochwarter-20120218

Buchegger - Hochwarter
Stellung nach 32. Txb2

Martin hatte zuvor vieles richtig gemacht und aus einem ruhigen Damengambit ein Turmendspiel erreicht, das man mit Schwarz recht angenehm und wegen der Schwäche des weißen Bauern auf b6 möglicherweise auch erfolgreich auf Gewinn kneten könnte. Stattdessen ging es mit 32. .. Tb5? 33. Txb5 weiter und das entstehende Bauernendspiel war für Schwarz glatt verloren, da Weiß mit e4 zwei verbundene Freibauern bilden kann.

Oder man könnte auch den neuen Trainer von Stefan fragen, ob Holländisch denn wirklich Bestandteil des Schwarz-Repertoires sein muss oder ob es nicht auch etwas für die Nerven der Mannschaftskollegen schonenderes, wie Slawisch oder Nimzo-Indisch, sein könnte.

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Mitterhuber - Bortolas
Stellung nach 23. Sg5+

Hier nahm Stefan das Remis-Angebot seines doch etwas schwächer eingeschätzten Gegners (Elo 1129) an. Weitergehen könnte es mit 23. .. Kh6 24. Sxe6+ Kh7 25. Sg5+ Kh6 26. De7 und gegen die Drohung 0-0-0 und Th1+ lässt sich nichts Brauchbares mehr erfinden, z.B. 26. .. Te8 27. Sf7+ Kh7 28. Dxe8 Lb7 29. Dxd7 +-.

Ich werde aber nichts davon tun, sondern mich stattdessen auf die kürzeste Partie des Wettkampfes, die Schlacht um Brett 5, stürzen. PGN Viewer werden wir diesmal keinen brauchen, ich vertraue darauf, dass unsere Leser dem Geschehen auch so folgen können:

Dobay Klaus (2069) – Schieder Josef (2069), Graz, 18.02.2012
1. d4 d6 2. Sf3 Lg4 3. e4 Sf6 4. Sc3 Sbd7 5. Le2 e5 6. Lg5 Le7 und 1/2-1/2.

Was gibt es dazu groß zu sagen? Wenn das mit Schwarz so leicht geht, werden Magnus, Levon und Co. wohl alle bald nur mehr 1. .. d6 spielen. Aber obwohl die Partie nur 6 Züge dauerte, hat sie beim Eingeben trotzdem mein Interesse geweckt, da ich die Variante mit Schwarz selber gelegentlich probiere und mir daher sicher war, dass man 4. .. e6 anstelle von 4. .. Sbd7 spielen muss. Daher nahm ich mir etwas Zeit und wurde überrascht, was sich in den unscheinbarsten Partien alles verbergen kann.

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Dobay - Schieder
Stellung nach 4. Sbd7?

In die Turnierpraxis eingeführt wurde 4. Sbd7 von niemand geringerem als José Raúl Capablanca. Bei einem Turnier in New York gewann der dritte Weltmeister damit 1913 nach 5. Le3 e5 6. Lc4 c6 7. Lb3 b5 8. a3 Le7 9. d5 c5 10. Sxb5 Sxe4 11. c4 a6 12. h3 Lh5 13. Lc2 Da5+ 14. b4 cxb4 15. axb4 Dxb4+ 16. Kf1 Dxc4+ 17. Ld3 Dc8 18. Tc1 Sec5 ungefährdet in 27 Zügen gegen seinen unbekannten amerikanischen Gegner Zapoleon.

Danach war es 65 Jahre lang recht ruhig um die Variante, bis Großmeister Anatoly Lutikov beschloss, dass das doch genau das richtige für seine Letztrundenpartie im Sokolsky Gedenkturnier 1978 in Minsk sein könnte, da sein Gegner, ein talentierter 15 Jähriger aus Baku, der im Jahr davor die Jugendmeisterschaft der UdSSR gewonnen hatte, angeblich einiges über Eröffnungen wusste. Nach 5. e5!N Sg8 6. h3 Lxf3 7. Dxf3 c6 8. Lf4 d5 9. e6 fxe6 10. Ld3 Sgf6 11. De2 g6 12. De6 dürfte er vom Ergebnis seines Eröffnungsexperiments allerdings nicht besonders angetan gewesen sein. Rückblickend konnte er sich aber immerhin damit trösten, dass es zahlreichen anderen Spielern auf dem Weg seines Gegners bis zum Weltmeistertitel 1985 nicht viel besser ergehen sollte.

Seitdem gab es nicht viele Erfolge für Schwarz in der Stellung nach 5. e5!, gerade einmal drei Remis gab es an Zählbarem aus immerhin 16 Versuchen. Das folgende Fragment aus der Begegnung von Armenien gegen die Färöer Inseln von der Mannschafts Olympiade 2008 in Dresden verdeutlicht die Probleme, die der Nachziehende in der Variante hat:

Akopian Vladimir (2679) – Ziska Helgi Dam (2416)
5.e5! dxe5 6.dxe5 Lxf3 7.Dxf3 Sxe5 8.Dxb7 e6 9.Lb5+ Sed7 10.Lg5 Dc8 11.Df3 Tb8 12.Lxf6 gxf6 13.0–0–0 Ld6 14.The1 Ke7 15.Sd5+ Kf8 16.Lxd7 Dxd7 17.Dxf6 und wenig später 1-0.

Allen, die jetzt so richtig Lust darauf bekommen haben, die Eröffnung bei nächster Gelegenheit mit Schwarz auszuprobieren, kann ich das bei Chess Stars Publishing erschienene Buch “A Universal Weapon 1. d4 d6″ von Vladimir Barsky empfehlen. Nach 4. .. e6 statt 4. .. Sbd7? ist zwar auch nicht alles Sonnenschein, wie ich beim letzten Grazer Open gegen GM Farago herausfinden musste, aber immerhin erspart man sich die Peinlichkeit, mit dem Springer nach g8 zurückfahren zu müssen.

Abschließend noch ein kleines Kuriosum zum oben angesprochenen GM Anatoly Lutikov. Interessehalber klickte ich in der MegaBase auf sein Elo-Profil und musste feststellen, dass das neue Jahrtausend seinem Rating nicht gut getan hat.

EloProfil GM Lutikov

EloProfil GM Lutikov

Jahrgang 1933 – gut, nicht jeder kann mit über 70 noch ein Kortchnoi sein. Aber 1900 Elo für jemanden, der einmal Dritter bei einer UdSSR Meisterschaft war? Das machte mich dann doch neugierig und tatsächlich hat Wikipedia eine plausible Erklärung für die Phase der Stagnation in obenstehendem Diagramm, da Anatoly Lutikov 1989 in Tiraspol verstorben ist. Bleibt die Frage – wer versucht da unter seinem Namen Seniorenpreise abzustauben?

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Steirischer Cup Vorrunde: Austria steigt mit einem 2:2 gegen Liezen auf

3 Fahrner’s schaffen durch die gewinnbringende Verstärkung von Robert Aschenbrenner den Aufstieg in die 1. Cup-Hauptrunde. Die Einzelergebnisse:

Spg. Liezen/Admont – ESV Austria Graz
(1) FM Schachinger Mario (2355) – FM Fahrner Kurt (2318) 1 – 0
(2) MK Preis Wolfgang (2155) – FM Aschenbrenner Robert (2226) 0 – 1
(3) MK Flecker Wolfgang (2019) – Fahrner Jakob (1843) 0 – 1
(4) Reiter Peter (1944) – Fahrner Simon (1388) 1 – 0

Durch den deutlich geringeren Eloschnitt unseres Teams reichte ein 2:2 zum Aufstieg. Die Entscheidung fiel an Brett 3 – Jakob hatte nach solider Eröffnungsbehandlung (Caro-Kann was sonst!) einige Verwicklungen vor der Zeitkontrolle zu überstehen, um seinen 40. Zug ca. 2 Sekunden vor Klappenfall auszuführen – und das bei einer analogen Schachuhr! Es folgte Gewinnstellung und Aufstieg.

In der 1. Cup-Hauptrunde wartet Vorwärts Fohnsdorf als Gegner. Alle Ergebnisse und Statistiken gibt es auf chess-results.

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